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 CHAUSSEE 36

Zur diesjährigen BERLIN PHOTO WEEK zeigt CHAUSSEE 36 zwei Ausstellungen, die miteinander im Dialog stehen. Zum einen die Show „Dancing through Times of Uncertainty“ – eine Duo-Ausstellung mit der Magnum-Fotografin Inge Morath (1923-2002) sowie der Inge Morath Award Preisträgerin Johanna-Maria Fritz (*1994) anlässlich des 75. Jubiläums von Magnum Photo. Zum anderen die Einzelausstellung „Updating a Family Album“ der berühmten Iraner Fotografin Malekeh Nayiny (*1955).

„Dancing through Times of Uncertainty.“

Die Werke von Inge Morath und Johanna-Maria Fritz zeigen Artisten – Jongleure, Clowns, Musiker und Tänzer – in einer Umgebung, in der wir sie am wenigsten erwarten würden und zwar in Ländern wie Iran, Afghanistan und Palästina; Länder, die für politische Konflikte und schwierige Lebensbedingungen bekannt sind. 

Heiterkeit trifft auf harte Realität: Wir sehen Trauernde an einem Grab im Flüchtlingscamp sowie bewaffnetes Militär im Gazastreifen. Und doch steht dort ein Stelzenläufer mit Jonglierkeulen, ganz bunt gekleidet. Denn auch in dieser Umgebung gibt es Freiräume und Zufluchtsorte.
Inge Morath hat in zahlreichen Ländern, insbesondere im Iran, den Alltag und Straßenszenen festgehalten. Dazu gehören auch Musiker, Tänzer und weitere Künstler. Die Ausstellung versammelt ikonische bis weniger bekannte Werke der berühmten Fotografin in dieser besonderen Zusammenstellung. Die Fotografien, die überwiegend in den 50er und 60er Jahren entstanden, bestechen durch ihre zeitlose Ästhetik  und haben eine Leichtigkeit ebenso wie Konzentriertheit.
Inge Morath wurde 1955, als zweite Fotografin neben Eve Arnold, Mitglied von Magnum und war der Agentur anschließend mehr als 50 Jahre verbunden. Ihre Fotografien wurden weltweit in Ausstellungen renommierter Museen gewürdigt. 

Die junge Künstlerin Johanna-Maria Fritz widmet sich in ihrem Langzeit-Projekt „Like a Bird“ seit 2014 dem Zirkus in muslimischen Ländern und dokumentiert, wie Artisten für sich und ihr Publikum einen Ort der Freiheit und Träume schaffen, an dem man sich – wie ein Junge aus dem Gaza sagt – „like a bird“ fühlt. „The circus is a place free of religion, nationality or skin color – it is a refuge in times of uncertainty or conflict“, so Johanna-Maria Fritz. Ihre Fotografien sind von einer besonderen Farbigkeit, die leuchtend wie nostalgisch gleichermaßen ist. Sie wirken losgelöst von Zeit und Ort.
Johanna-Maria Fritz, die an der Ostkreuzschule Fotografie studierte und Mitglied dieser Agentur ist, erhielt u.a. den Friedenspreis für Fotografie, den Lotto Brandenburg Preis sowie 2017 den Inge Morath Award. 

Die Ausstellung bietet eine Reise in verschiedene Länder und kann – insbesondere in der aktuellen politischen Lage – als Signal gesehen werden. Kunst hat die Kraft, Menschen einen Moment der Normalität oder des Widerstandes zu geben. 

„Updating a Family Album“

arallel zu „Dancing through Times of Uncertainty“ wird Malekeh Nayinys bekannteste Serie „Updating A Family Album“ (1997-2014) zu sehen sein. Nayiny, die in Paris lebt, gehört zu einer der prominentesten iranischen Fotografinnen unserer Zeit. Sie verließ den Iran, um Fotografie und Kinematographie in Amerika und Frankreich zu studieren, konnte jedoch aufgrund der Islamischen Revolution nicht in ihr Heimatland zurückkehren.

Um eine Brücke zu ihrer Familie und ihren Wurzeln zu schlagen, befasste sich die Künstlerin mit alten Aufnahmen aus dem Familienalbum und erweckte sie durch digitale Bearbeitung zu neuem Leben. In leuchtenden Farben, vor poppigen Hintergründen sehen wir Nayinys Familienmitglieder. Die Werke bieten einen intimen Einblick in die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse ihrer Erziehung innerhalb und außerhalb des Iran. Die ursprünglichen Familien-Fotografien wurden vor der Islamischen Revolution aufgenommen, wodurch die Frauen mit voluminösen Frisuren und nackten Beinen erscheinen. Die Künstlerin integriert zusätzlich westliche Landschaften, Briefmarken und Accessoires – eine Geste, die ihre eigene Biografie assimiliert. Die anachronistische Sprache innerhalb der Fotografien unterstreicht die extreme Verschiebung der gesellschaftspolitischen Werte und Rechte innerhalb ihres Heimatlandes. 

„Updating a Family Album“ romantisiert einen Ort, der nie existierte und bietet einen sehr persönlichen Blick auf das Leben im Iran in Ergänzung zu den Fotografien von Inge Morath und Johanna-Maria Fritz. Während Morath und Fritz das Leben auf den Straßen festhalten, gibt uns Nayiny Einblick in ihr Familienleben als gebürtige Iranerin.

Dancing through Times of Uncertainty

Ausgestellte Künstlerinnen: Inge Morath und Johanna-Maria Fritz

Updating a Family Album

Ausgestellte Künstlerinnen: Malekeh Nayiny

01.09. – 29.10.2022

Öffnungszeiten: Donnerstag – Samstag, 14.00 – 18.00 Uhr

https://www.chaussee36.photography/

Title image: Inge Morath, Gaza, Beach Camp, copyright Inge Morath, Magnum Photos